Rinderfilet räuchern | Schritt für Schritt Anleitung

Auch wenn viele der Meinung sind, dass Rinderfilet eigentlich „zu schade“ zum Räuchern sei, bin ich genau gegensätzlicher Meinung. Ich finde es gibt nichts Schöneres, als dem edlen Filetstück genau die Behandlung zu verpassen, die es verdient und ein ohnehin schon sehr edles Fleischstück durch Salz, Gewürze, kalten Rauch und Frischluft noch weiter zu veredeln, um es in einen perfekten Rinderschinken zu verwandeln. Deswegen steht bei mir zu jeder Räuchersaison natürlich auch Rinderfilet räuchern auf dem Programm!

Rinderfilet räuchern: So geht`s!

Zum Rinderfilet räuchern brauchen wir folgende Zutaten:

  • 1 ganzes Rinderfilet am Stück
  • 30 g Nitritpökelsalz pro Kilo Fleisch
  • 30 g braunen Zucker pro Kilo Fleisch
  • frische Rosmarinzweige
  • 1 EL Pfefferkörner
  • 4 frische Knoblauchzehen pro Kilo Fleisch

Das Rinderfilet pökeln

Zuerst waschen wir das Rinderfilet gründlich unter kaltem Wasser ab und tupfen es mit einem sauberen Küchentuch trocken. Der Knoblauch wird geschält und in feine Scheibchen geschnitten, die Pfefferkörner gemörsert und die entsprechende Menge Pökelsalz und Zucker abgewogen.

Danach wird das Filetstück rundherum gründlich mit den Zutaten eingerieben. Wir legen noch 3-4 frische Rosmarinzweige dazu und wickeln das Rinderfilet nun mehrmals gut in Frischhaltefolie ein oder noch besser, vakuumieren es ein.

Nun legen wir das Rinderfilet in den Küchschrank, damit es pökeln kann. Diese Methode nennt sich „Trockepökeln in Eigenlake. Das Pökelsalz dringt in das Fleisch ein und sorgt für den Umrötungsprozess und hemmt die Bakterienbildung. Gleichzeitig tritt Flüssigkeit aus und das Filet pökelt quasi im eigenen Saft und aromatisiert sich zusätzlich durch die Gewürze.

Der Zucker muss nicht sein, sorgt aber für eine schönere Farbe. Pro Zentimeter Dicke des Fleisches veranschlagen wir einen Tag. Bei 8 cm Dicke pökeln wir also 8 Tage und wer lieber auf Nummer sicher gehen will, hängt noch 2 weitere Tage dran. Keine Angst, übersalzen kann das Fleisch dadurch nicht.

Nach dem Pökeln …

… befreien wir das Filet aus der Frischhaltefolie und waschen es gründlich unter lauwarmem Wasser ab. Nach dem Pökeln lässt sich das Fleisch auch besser parieren, also schneiden wir evtl. Fettränder und die Silberhaut mit einem scharfen Messer ab und tupfen das Fleisch mit einem Küchentuch trocken.

Nun hängen wir das Filet an einem Metzgerhaken an die frische Luft. Ideal ist ein zugiger Ort, damit das Fleisch trocknen und der Salzgehalt sich regulieren kann. Wie lange? Die „Durchbrennphase“ sollte immer halb so viele Tage wie Pökeltage betragen. Hat man das Filet beispielsweise 8 Tage gepökelt, sollte es anschließend 4 Tage an der frischen Luft hängen.

Noch mehr Aroma gefällig?

Wer möchte, kann das Filet noch zusätzlich aromatisieren und mit einer Honigmarinade bepinseln. Dazu wärmt man einfach etwas Honig in einem Wasserbad auf, gibt ein paar Chilliflocken, weißen Pfeffer und getrockneten Thymian dazu und bepinselt das Rinderfilet rundherum damit.

Der Honig bildet noch einen zusätzlichen Schutzfilm und sorgt dafür, dass das Fleisch nicht so schnell austrocknet und selbst nach Wochen der Trocknung noch schön zart bleibt. Wer das Rinderfilet lieber etwas fester mag, lässt diesen Schritt einfach weg.

Das Rinderfilet sollte oberflächlich gut angetrocknet sein, bevor wir es im Räucherschrank räuchern können. Warum? Ganz einfach: An einer feuchten Oberfläche haften die Rauchpartikel nicht und außerdem steigt so mehr Feuchtigkeit auf, sammelt sich an der Decke des Räucherschranks und tropft in Form von unschönen Rußtropfen wieder auf das Fleisch zurück, wodurch man es praktisch ruinieren würde.

Deswegen ist es auch sehr wichtig, dass man beim Rinderfilet räuchern die Drosselklappe nicht ganz schließt, damit die Feuchtigkeit auch gut entweichen kann und sich nicht an der Decke sammelt.

Das Rinderfilet räuchern

Ich räuchere grundsätzlich nur mit Buchenholzspänen und kaltem Rauch. Das Kalträuchern ist zwar etwas aufwändiger und dauert länger, dafür ist das Räuchergut auch bedeutend länger haltbar, da sich bei der niedrigen Räuchertemperatur von mx. 20° die Eiweißmoleküle im Fleisch nicht zersetzen und erhalten bleiben.

Durch diese schonende Räuchermethode ist geräuchertes Rinderfilet aber nicht nur viel länger haltbar, es schmeckt auch bedeutend besser!

Zum Rinderfilet räuchern erzeugen wir zunächst einen Sparbrand mit Buchenholzmehl. Der Rauch sollte konstant 8-12 glimmen und es sollte sichergestellt werden, dass der kalte Rauch an alle Stellen des Filetstücks gelangen kann.

Die aufsteigenden Rauchpartikelchen lagern sich nach und nach an der Fleischoberfläche ab und bilden quasi einen konservierenden Schutzfilm, dazu wird das Filet durch das Raucharoma zusätzlich aromatisiert. Wer möchte, kann diesen Effekt verstärken und dem Räuchermehl noch etwas getrockneten Thymian oder Oregano beimischen.

Nach jedem Räuchergang folgt eine Frischluftphase von ebenso langer Dauer. Die Frischluftphase ist wichtig, damit sich das Fleisch weiter aromatisieren und trocknen kann.

Wie viele Räuchergänge man durchführt, hängt zum Einen davon ab wie sehr man das Raucharoma mag. Ich persönlich räuchere das Rinderfilet 8 mal und lasse es über einen Zeitraum von 6-8 Wochen an einem zugigen Ort an der frischen Luft trocknen.

Rezeptvideo: Mein Rinderfilet räuchern Video auf YouTube

Ich habe zu dem Rezept auch ein Video gemacht, dass ihr euch gerne auf YouTube anschauen könnt.